Meerwissen

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Pfannendeckel

Halbe Songs

Die Vernetzung der Welt

Attack and Release

E Haubi Ewigkeit

Liebenschaft

Angefangen haben meine Bühnenpläne eigentlich mit vier, als ich mir aus Pfannendeckeln mein erstes Schlagzeug baute. Ab diesem Moment an faszinierte mich alles, was Geräusche von sich gab. Das Trommeln begleitete mich durch meine Primarschulzeit, in der meine Schulfreunde und ich erste Stücke auf Kassette (!) aufnahmen. Diese Freude am Komponieren und Aufnehmen blieb mir bis heute erhalten. Die Mobbing-Oberstufe musste ich durchbeissen. Mir blieb viel Zeit alleine, in der ich mir das Bass- und Gitarrenspielen beibrachte. 

Als unsere ambitionierte Band Alvin Zealot in die Brüche ging, war ich Dreiundzwanzig und hatte in der Rolle des Bassisten schon mehrere Tonträger veröffentlicht, Auftritte am Gurtenfestival und in Moskau hinter mir. Um erneute personelle Abhängigkeiten vorzubeugen, startete ich mein eigenes Projekt Haubi Songs. Ich ging meiner Faszination für die Schweizerdeutsche Sprache nach und veröffentlichte unfertige (halbe!) Songs im Internet. Dies befreite mich von hohen Erwartungen an meine Musik und setzte gleichzeitig ungeahnte Energien frei. Was als Rubrik im Jugendradio 3FACH begann, inspiriert mich Jahre später immer noch. Ich veröffentlichte vier LPs und spielte circa 200 Solokonzerte in der Schweiz, Deutschland und Belgien. 

Um meine Musik weitgehend unabhängig zu veröffentlichen, wurde ich vor sieben Jahren Teil des Musiker*innen Kollektivs und Labels Red Brick Records. Meine Vernetzungslust, meine Kenntnisse in der Tontechnik und meine Flexibilität auf der Bühne ermöglichten mir in den letzten Jahren Kollaborationen mit dem Luzerner Impro- und Bewegungstheater Sturzballett oder dem Kindertheater salto&mortale, die mich beide als Komponist und Livemusiker engagierten. Neben der Bühne habe ich auch noch meinen Traum-Nebenjob gefunden: Als Techniker von Jane Mumford für ihr Programm ‘LEBEN’. Hach, und irgendwo dazwischen war da noch diese absurd aufregende Europa-Tournee mit Peter Broderick. Let’s do a little Schwenker zum strukturierten Leben, bevor hier der Faden endgültig verloren geht. Dachte ich das auch damals?

 

Ich wollte mich Anfang zwanzig jedenfalls auch instrumental fordern und weiterbilden. Ich absolvierte mein Bachelorstudium an der Musikhochschule Luzern im Profil Jazz Drums. Mein Erasmus-Semester in Gent zählte zu meinen persönlichen Highlights, das mir einen nachhaltigen Austausch und einige langjährige Freundschaften schenkte. Direkt nach meinem Auslandaufenthalt startete zufällig meine Zusammenarbeit mit der Zürcher Indie-Band Black Sea DahuNoch während meinem Bachelorabschluss reiste ich mit ihnen nach Norwegen, um ihr Debut-Album einzuspielen. Diese Band prägte mich in den Folgejahren wie keine andere. Ich erlebte und schrieb die Erfolgsgeschichte als festes Bandmitglied mit, in tagelangen Strategie-Sitzungen, Probewochen und weit über 100 Konzerten – pro Jahr – in ganz Europa. Ich verstand in einer neuen Dimension, was es bedeutet, von der eigenen Musik leben zu wollen. Schliesslich fühlte ich mich durch die Pläne der Band zunehmend eingeschränkt. Die Pandemie gab mir den Rest. Der Ausstieg fiel mir schwer, ermöglichte mir aber den erfolgreichen Abschluss meines unterbrochenen Musikpädagogik-Masterstudiums an der Zürcher Hochschule der Künste. Die Fondation SUISA Get Going sowie die Selektive Förderung des Kantons Luzern boten mir anschliessend einen einmaligen Fokus auf mein neues Bandprojekt Supernova Easy, in dem ich endlich den Schritt gewagt habe, mich als Bandleader und Sänger mit Englischen Texten zu zeigen. Plot Twist: Im Herbst 2026 gehe ich wieder mit Black Sea Dahu auf Tour. Cliffhanger.

 

Mit meinem ersten abendfüllenden Soloprogramm E Haubi Ewigkeit wage ich nun den Schritt auf Genre-übergreifende Bühnen. Nach dreizehnjähriger Tätigkeit als Mundart-Musiker wuchs der Stapel ungesungener Texte und damit das Bedürfnis, das Projekt weiterzuentwickeln. Daraus entstand ein Schweizerdeutsches Stück mit Texten und Liedern, das mit Humor und einer Prise Poesie zur Selbstreflexion einlädt. Mein Stück soll zur Vision einer diversen Gesellschaft beitragen, in der unterschiedliche Menschen einander mit Offenheit und auf Augenhöhe begegnen. Es soll einen wichtigen Denkspielraum eröffnen, in dem das Publikum und ich eigene Verhaltensmuster und Vorurteile hinterfragen können. Wie bestreite ich meinen Lebensunterhalt, wenn gutes Handwerk und überdurchschnittliche Leidenschaft nicht mehr ausreichen? Was biete ich, das Künstliche Intelligenz nicht kann? Fragen, denen sich aktuell viele Branchen stellen müssen. Genau hier setzt mein Stück an: Es soll am Beispiel von Musikschaffenden Mechanismen und Misstände sichtbar machen. Es soll Wertschätzung fördern für jene verborgenen Aspekte des Lebens, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Ich möchte Menschen zu mehr Entdeckungslust und Dialogen hinbewegen und weg von undifferenziertem, polarisiertem Denken.

 

Ich freue mich, dass ich weiterhin mit verschiedenen Bands im Studio und auf Konzertbühnen sein kann. Für weiteres Eintauchen in meine Tätigkeit, klicke bitte auf die geheimnisvollen Bildchen. Wonderful schummrig, isn’t it?

water 750
Supernova Easy
cori nora pleasure and focus album artwork
Cori Nora
webfoto
Black Sea Dahu
webfoto saltomortale
ECHO ECHO
webfoto sturzballett quadratisch
Sturzballett
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